Wohnungslosigkeit ist kein Randthema!
Liebe Leute,
das Problem der Wohnungslosigkeit in Remscheid nimmt rasant zu und ist längst kein Randthema mehr. Trotzdem wirkt die politische und verwaltungstechnische Reaktion darauf erschreckend verhalten.
Letzte Woche verkündete die Verwaltung, dass die Notschlafstelle an der Schüttendelle voll ist. Offenbar gab es über Nacht doppelt so viele Anfragen wie üblich. Als Reaktion wurde die ehemalige Unterkunft für Geflüchtete an der Schule Hölterfeld als Übergangslösung reaktiviert.
Doch laut Aussagen von Betroffenen sind auch dort die Bedingungen alles andere als würdig: kein verlässlicher Zugang zu Trinkwasser, keine funktionierenden Duschen und keine ausreichende Geschlechtertrennung. Zudem wird die Lage der neuen Notschlafstelle kritisiert, da sie weit abseits bestehender Hilfesysteme liegt.
Besonders alarmierend ist die Situation für Frauen. Sie sind im Durchschnitt häufiger von Gewalt betroffen und brauchen Schutzräume, die diesen Namen auch verdienen. Doch genau daran fehlt es.
Die Ursachen für die gestiegene Wohnungslosigkeit sind vielfältig: steigende Preise, bröckelnde soziale und medizinische Hilfenetzwerke, Arbeitslosigkeit oder prekäre Beschäftigung.
Aber auch in Remscheid gibt es Entwicklungen, die das Problem zusätzlich verschärfen: steigende Mieten, fehlender sozialer Wohnraum, struktureller Leerstand sowie teilweise mangelhafte und unkoordinierte Hilfsangebote. Passieren tut bislang wenig.
„Wir müssen das Problem der steigenden Wohnungslosigkeit endlich ernst nehmen und nachhaltige Lösungen entwickeln“, so Nadine-Fleur Bailac-Cyrus, Ratsfrau und Vorsitzende des Gleichstellungsausschusses. Dabei gilt es, gezielt Ursachen wie die Wohnraumknappheit zu bekämpfen und gleichzeitig Hilfsangebote auszubauen.
„Was es jetzt braucht, sind keine kurzfristigen Notlösungen mehr. Remscheid braucht ein funktionierendes Hilfesystem – mit echter Betreuung, Schutz, medizinischer Versorgung und Perspektiven. Alles andere bedeutet, Menschen weiter im Stich zu lassen“, erklärt Bailac-Cyrus weiter.
Deshalb haben wir nach unseren letzten Anträgen erneut zwei Anfragen zur aktuellen Situation formuliert – mit dem Ziel, die Struktur und Koordination im Hilfesystem zu verbessern, beispielsweise durch die Reaktivierung der „Agentur für Wohnen“, und mehr Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken.

