Versuchter Femizid in Lüttringhausen - Polizei lässt Täter nach wenigen Stunden wieder frei!
Liebe Leute,
am Freitag ereignete sich offenbar ein versuchter Femizid in Lüttringhausen.
Erneut wurde deutlich, wie real und gefährlich Gewalt gegen Frauen ist. Laut lokalen Presseberichten verletzte ein 46-jähriger Mann seine 37-jährige Ex-Partnerin mit einem Messer. Nur durch ihre Flucht in ein Eiscafé und das schnelle Eingreifen von Zeuginnen und Zeugen, konnte Schlimmeres verhindert werden.
Unsere Gedanken sind beim Opfer.
Besonders erschütternd ist, dass der Tatverdächtige offenbar noch am selben Abend wieder freigelassen wurde, da laut Polizei keine Haftgründe vorlagen. Wie kann das sein?
Für viele Betroffene wirkt das wie ein Schlag ins Gesicht. Denn geschlechtsspezifische Gewalt wird noch immer zu oft verharmlost und nicht konsequent genug verfolgt.
Femizide passieren nicht plötzlich. Sie sind häufig das Ergebnis eine Eskalation, die sich zuvor angekündigt hat. Angriffe, Bedrohungen und Nachstellungen durch Ex-Partner dürfen niemals als “Beziehungsdrama” abgetan werden.
“Deutschland und auch Remscheid haben weiterhin große Lücken beim Schutz Betroffener. Fauenhäuser sind überlastet, Unterstützungsangebote reichen nicht aus, Täterarbeit existiert kaum, und oft wird erst gehandelt, wenn es zu spät ist. Viele Betroffene fühlen sich allein gelassen”, erklärt unsere Ratsfrau und GVA-Vorsitzende Nadine-Fleur Bailac-Cyrus.
Unsere Kreissprecherin Beyza Özdemir ergänzt: “Es ist nicht hinnehmbar, dass der Tatverdächtige nach einem solchen Femizidversuch auf freiem Fuß ist. Hier muss der Opferschutz oberste Priorität haben.”
Schon vor Monaten haben wir weitere Maßnahmen im Kampf gegen Gewalt gegen Frauen in Remscheid gefordert und nachgefragt, wie es um die Umsetzung des neuen Gewalthilfegesetzes steht. Eine Antwort darauf steht noch aus.
Gewalt gegen Frauen darf nicht erst dann ernst genommen werden, wenn eine Frau stirbt.
Das Hilfetelefon “Gewalt gegen Frauen” bietet anonym und kostenfrei Unterstützung unter
116 016.

