Unsere Bäume leiden unter der Hitze!
Die langen Hitze- und Trockenperioden setzen unseren Stadtbäumen immer stärker zu. Wie dramatisch die Entwicklung werden kann, zeigt der Blick nach Wuppertal: Dort mussten laut WDR in diesem Jahr bereits fast 1.000 vertrocknete Stadtbäume gefällt werden!
Auch in Remscheid ist die Situation ernst. Auf unsere Anfrage bestätigen die TBR, dass sich die Vitalität unserer Stadt- und Straßenbäume durch Hitze und Trockenheit spürbar verschlechtert hat. Und die Schäden des diesjährigen Sommers können sich teilweise erst in den kommenden Jahren zeigen.
Dabei brauchen wir unsere Bäume heute mehr denn je! Sie spenden Schatten, kühlen Straßen und Plätze, verbessern das Stadtklima, speichern CO₂, bieten Lebensraum für Tiere und machen unsere Quartiere lebenswerter.
Deshalb ist für uns klar: Wir müssen nicht nur neue Bäume pflanzen, sondern vor allem auch unsere vorhandenen, gesunden Bäume schützen!!
Angesichts des Klimawandels können wir es uns nicht leisten, vitale und über Jahrzehnte gewachsene Bäume leichtfertig für Bauvorhaben oder Großprojekte zu fällen. Das gilt für kleinere Planungen genauso wie beispielsweise für das geplante Outlet-Center in Lennep. Ein alter, großer Baum lässt sich eben nicht einfach durch einen jungen Setzling ersetzen.
Gleichzeitig müssen wir unsere Stadt besser an die Folgen des Klimawandels anpassen. Dazu gehören größere und bessere Baumstandorte, klimaresiliente Arten, Regenwassernutzung, Bewässerungssysteme und neue technische Lösungen. Dass die TBR beispielsweise bereits Sensoren zur bedarfsgerechten Bewässerung testen, begrüßen wir ausdrücklich.
Unser Dank gilt dabei auch den Beschäftigten der TBR, die sich trotz schwieriger Bedingungen um unseren Baumbestand kümmern und insbesondere junge Bäume regelmäßig bewässern. Klar ist aber auch, dass die Möglichkeiten begrenzt sind gerade bei älteren Bäumen können wir die Folgen langanhaltender Hitze und Trockenheit nicht einfach „weggießen“.
Umso wichtiger ist es, auch das Engagement der Remscheider:innen zu nutzen und zu unterstützen. Denn ein Punkt in der Antwort auf unsere Anfrage hat uns besonders überrascht:
In ganz Remscheid gibt es derzeit keine einzige offizielle Baumpatenschaft!
Dabei bietet die Stadt Baumpatenschaften und Baumspenden grundsätzlich an. Nach Angaben der Verwaltung wird dieses Angebot jedoch praktisch nicht genutzt.
Wir glauben nicht, dass es in Remscheid an engagierten Menschen mangelt – ganz im Gegenteil! Viele Bürger:innen kümmern sich bereits heute um das Grün vor ihrer Haustür, gießen Bäume oder wären bereit, sich für einen Baum in ihrer Straße oder ihrem Quartier einzusetzen.
Warum wird das Angebot dann nicht angenommen?
Wir wollen Baumpatenschaften bekannter, einfacher und attraktiver machen. Denkbar wären eine unkomplizierte digitale Anmeldung, eine Karte mit Bäumen, die Unterstützung benötigen, bessere Informationen, kostenlose Materialien und feste Ansprechpartner:innen. Auch eine Anerkennung dieses Engagements – beispielsweise über die Ehrenamtskarte oder andere Vergünstigungen – sollte geprüft werden.
Denn die Verantwortung für unsere Stadtbäume darf nicht einfach auf die Bürger:innen abgewälzt werden. Aber wer helfen möchte, sollte dabei jede mögliche Unterstützung bekommen.
Wir brauchen mehr Grün in unserer Stadt, müssen unsere bestehenden Bäume konsequenter schützen und gemeinsam dafür sorgen, dass sie auch die immer heißeren Sommer überstehen.

