Jahrestag der Abschiebung der Remscheider Familie Doğan – ein Jahr staatlich organisierte Familienzerstörung:
Am 13. März 2025 wurde in Remscheid eine türkisch-kurdische Familie durch eine Abschiebemaßnahme dramatisch auseinandergerissen. Der Vater verletzte sich bei einem Sturz aus dem 4. Stock schwer - spontan wurde dann quasi ersatzweise die Mutter der Familie abgeschoben.
Ein Jahr später lebte diese Familie noch immer getrennt.
Die Mutter und ihre vier jüngeren Kinder leben unter schwierigen Bedingungen in der Osttürkei, bei Angehörigen in Diyarbakır. Die Familie leidet nach wie vor sehr - nicht nur unter der Trennung, sondern auch weil sie hinsichtlich ihrer Ausbildungs-, Schul- und Lebensperspektiven völlig in der Luft hängen - und das seit nunmehr zwölf Monaten!
Besonders tragisch ist auch die Situation des Sohnes Azad. Er hatte in Remscheid eine Ausbildung zum Bäcker begonnen. Statt ihm eine Perspektive zu ermöglichen, wurde er aufgefordert, „freiwillig“ in die Türkei auszureisen und dort ein Arbeitsvisum zu beantragen, um anschließend wieder einreisen und seine Ausbildung fortsetzen zu können. Dieser Aufforderung ist er im Dezember gefolgt – seitdem wartet er auf eine Entscheidung und auf ein Visum.
Auch die Situation des Vaters bleibt ungewiss. Inzwischen liegt aus der Türkei ein Gerichtsurteil vor, das eine Haftstrafe wegen seines politischen Engagements für die kurdische Partei HDP vorsieht. Deshalb wurde ein Asylfolgeantrag gestellt. Eine Entscheidung steht jedoch weiterhin aus.
Während einerseits händeringend Fachkräfte gesucht und im Ausland angeworben werden, werden andererseits gut integrierte Menschen abgeschoben und Familien auseinandergerissen. Ein Jahr nach der Abschiebung bleibt die Realität bestehen: Diese Familie ist noch immer getrennt.

