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Islamismus in Remscheid bekämpfen!

Im Juni wurde in Remscheid ein 25-Jähriger festgenommen, gegen den der Verdacht bestand, Kontakte zum sogenannten „Islamischen Staat“ aufgenommen zu haben. Mittlerweile ist der Mann wieder frei. 

Dieser Fall zeigt, dass islamistische Radikalisierung auch bei uns vor Ort ein Thema ist, bei dem wir nicht wegschauen dürfen. Auch wenn ein solcher Verdacht selbstverständlich nicht mit einer Verurteilung gleichzusetzen ist, steht für uns fest, dass wir uns auch auf kommunaler Ebene mit religiösem Extremismus auseinandersetzen müssen.

Radikaler Islamismus richtet sich gegen Demokratie, Menschenrechte und gesellschaftliche Vielfalt. Er kann insbesondere für Frauen, queere Menschen und religiöse Minderheiten eine reale Gefahr darstellen. Der Anschlag auf den CSD in Berlin hat auf erschreckende Weise gezeigt, welche Folgen islamistische Ideologien haben können. 

Die Gefahr geht jedoch nicht ausschließlich von gewaltbereiten Personen aus. Auch der sogenannte legalisitsche Islamismus, die Verbreitung extremistischer Ideologien und die gezielte Radikalisierung junger Menschen – insbesondere über soziale Medien – müssen ernst genommen werden.

Deshalb haben wir eine Anfrage zum Thema islamistischer Extremismus in die Sitzung des Ausschusses für Chancengerechtigkeit und Integration eingebracht. Wir möchten damit einen Überblick über die aktuelle Gefährdungslage, bestehende Strukturen und Aktivitäten sowie die Präventions-, Beratungs- und Unterstützungsangebote in Remscheid gewinnen. Eine Antwort bekamen wir noch nicht und es wurde deutlich gemacht, dass dies noch etwas dauern könnte. Dennoch bleiben wir dran!

Für uns ist dabei besonders wichtig, dass Prävention nicht erst beginnt, wenn Radikalisierung bereits weit fortgeschritten ist. Kinder und Jugendliche müssen frühzeitig erreicht, demokratische Werte gestärkt und Medienkompetenz gefördert werden. Dafür braucht es eine enge Zusammenarbeit von Schulen, Jugendhilfe, Beratungsstellen, Sicherheitsbehörden, Integrationsarbeit und demokratischen muslimischen Akteur:innen.

Genauso wichtig ist uns eine klare Abgrenzung zwischen Islamismus und dem Islam. Die Bekämpfung islamistischer Ideologien darf niemals dazu führen, muslimische Mitbürger:innen unter Generalverdacht zu stellen. 

Islamismus konsequent zu bekämpfen und gleichzeitig für Vielfalt, Religionsfreiheit und eine offene Gesellschaft einzustehen, ist für uns kein Widerspruch.

Wir wollen hinschauen, bevor Radikalisierung entsteht und dabei unsere offene und vielfältige Gesellschaft verteidigen.

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