Integration ist kein Sparposten!
Liebe Leute,
sicherlich habt ihr von den Einschränkungen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge gehört: Künftig sollen Integrationskurse nur noch für Menschen mit einem Anspruch zur Verfügung gestellt werden!
Diese haushaltspolitischen Entscheidungen betreffen viele Menschen in Remscheid, die auf einen Platz in einem Deutschkurs warten.
Besonders schwierig wird es für Asylbewerber:innen, Geduldete und EU-Bürger:innen ohne Pflichtanspruch. Längere Wartezeiten, verschobene Kurse und teilweise Zulassungsstopps sind die Folge. Die Situation ist alarmierend und nicht hinnehmbar.
Sprache ist der Schlüssel zur Integration: Sie eröffnet Zugang zu Bildung, Arbeitsmarkt und gesellschaftlicher Teilhabe. Verzögerungen beim Kursbeginn wirken sich unmittelbar auf die Lebensrealität der Menschen aus, können berufliche Perspektiven verzögern und die Abhängigkeit von staatlichen Leistungen verlängern. Gleichzeitig belasten fehlende Angebote kommunale Strukturen wie Jobcenter, Beratungsstellen und soziale Dienste.
Um die Lage klar zu erfassen und Handlungsbedarf zu prüfen, haben wir für die nächste Sitzung des Ausschusses für Chancengerechtigkeit und Integration eine umfassende Anfrage gestellt. Wir wollen wissen:
• wie viele Menschen aktuell auf einer Warteliste stehen,
• ob derzeit Engpässe bestehen,
• und welche Beratungs- und Unterstützungsangebote für Menschen zur Verfügung stehen, die aktuell keinen Kursplatz erhalten.
Außerdem halten wir es für wichtig, den Standort Remscheid attraktiver für potenzielle Lehrkräfte zu gestalten.
Als von Migrant:innen geprägte Stadt sollten wir uns dafür einsetzen, dass Integration nicht warten muss. Jeder Mensch verdient die Chance, die deutsche Sprache frühzeitig zu erlernen, berufliche Perspektiven zu entwickeln und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

