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Gleichberechtigung auch im öffentlichen Raum!

Wenn wir durch Remscheid gehen, begegnen uns überall Namen von Menschen, die unsere Stadt oder unser Land geprägt haben. Auf Straßenschildern, Plätzen, an öffentlichen Gebäuden und Gedenkorten wird Geschichte sichtbar.

Doch wessen Geschichte machen wir eigentlich sichtbar?

Frauen sind nach unserem Einblick in der Remscheider Erinnerungskultur noch immer deutlich unterrepräsentiert. Mit einer Anfrage im Gleichstellungs- und Kulturausschuss wollen wir deshalb zunächst ganz konkret wissen wie viele Straßen, Plätze und öffentliche Einrichtungen sind  nach Frauen und wie viele nach Männern benannt? Welche Frauen werden überhaupt im öffentlichen Raum gewürdigt und wie hat sich dieses Verhältnis in den vergangenen Jahren entwickelt?

Denn es geht um mehr als Straßenschilder. Es geht darum, wessen Leben, Leistungen und Geschichten wir als erinnerungswürdig betrachten.

Frauen haben Remscheid mitgestaltet. Sie haben politisch gekämpft, soziale Verantwortung übernommen, Kultur und Gesellschaft geprägt, sich in Gewerkschaften und Bewegungen engagiert und sich gegen Unterdrückung und Unrecht gestellt. Besondere Aufmerksamkeit verdienen dabei auch die Remscheider Frauen, die während des Nationalsozialismus Widerstand geleistet haben. Ihre Geschichten gehören nicht nur in Archive und Geschichtsbücher, sondern sichtbar in die Mitte unserer Stadtgesellschaft!

Umso widersprüchlicher ist es, wenn zahlreiche Frauen bis heute kaum oder gar nicht im öffentlichen Raum vorkommen, während gleichzeitig weiterhin fragwürdige historische Persönlichkeiten wie Paul von Hindenburg mit einem Straßennamen geehrt werden.

Deshalb fragen wir auch danach, welche Straßen in Remscheid nach historisch problematischen Persönlichkeiten mit NS-Bezug benannt sind und wie die Stadt mit solchen Namen umgeht.

Mit unserer Anfrage wollen wir damit nicht nur eine Bestandsaufnahme erreichen, sondern auch einen Impuls setzen: Problematische Ehrungen müssen kritisch aufgearbeitet und Umbenennungen dort ernsthaft diskutiert werden, wo Straßennamen heute nicht mehr vertretbar sind. Gleichzeitig bietet sich damit die Chance, künftig stärker Frauen zu würdigen, deren Leistungen bislang zu wenig sichtbar sind.

Eine Stadt entscheidet mit ihren Straßennamen, Gedenkorten und Denkmälern auch darüber, an wen kommende Generationen erinnert werden. 

Remscheid hat viele mutige, engagierte und bedeutende Frauen hervorgebracht. Es ist Zeit, ihnen den Platz zu geben, den sie verdienen.

Denn eine Stadt, die ihre Frauen vergisst, erzählt nur die halbe Geschichte.

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