Gewaltschutz für Frauen? Nicht in Remscheid.
Liebe Leute,
das Frauenhaus in Remscheid leistet eine unverzichtbare Arbeit für Frauen und Kinder, die von häuslicher Gewalt, Stalking oder anderen Formen geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind. Es bietet Schutz, Sicherheit und Unterstützung in akuten Notlagen!
Doch nach dem Ende der unmittelbaren Gefährdung beginnt für viele Betroffene eine weitere Herausforderung: der Weg in ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben.
Das Frauenhaus in Remscheid ist stark ausgelastet. Gleichzeitig erschwert fehlender bezahlbarer Wohnraum vielen Frauen den Übergang in eine eigene Wohnung.
Hinzu kommt, dass nicht jede betroffene Frau ein Frauenhaus nutzen kann oder möchte, etwa aufgrund finanzieller Hürden, beruflicher Verpflichtungen oder weil ältere Söhne häufig nicht mit aufgenommen werden können.
Deshalb wurden in anderen Städten ergänzende Konzepte wie zusätzliche Schutzwohnungen und „Second Stage“-Modelle mit Übergangswohnungen entwickelt, bei denen die Stadt aktiv Wohnungen für Betroffenen bereitstellt.
Solche Angebote können Frauen beim Neustart unterstützen und gleichzeitig bestehende Hilfsstrukturen entlasten. Gerade vor dem Hintergrund, dass Remscheid nach eigenen Angaben über erhebliche freie, eigene Unterbringungskapazitäten verfügt, sollte geprüft werden, ob vorhandene kommunale Ressourcen für Schutz- und Übergangswohnungen genutzt werden können.
Deshalb haben wir für die nächste Sitzung des GVA eine Anfrage gestellt. Wir möchten erfahren, ob Schutzwohnungen oder vergleichbare Konzepte geprüft wurden und welche Möglichkeiten bestehen, zusätzliche Übergangsangebote für von Gewalt betroffene Frauen zu schaffen.
Die Istanbul-Konvention verpflichtet nicht nur zum Schutz vor Gewalt, sondern auch dazu, Frauen auf dem Weg in ein eigenständiges und gewaltfreies Leben zu unterstützen.
Gewaltschutz bedeutet nicht nur, Frauen aus einer Gefahrensituation herauszuholen, er bedeutet auch, die Voraussetzungen für einen sicheren Neuanfang zu schaffen.

