Frauen häufiger in Teilzeit als Männer
Laut dem aktuellen Gleichstellungsplan der Stadt Remscheid arbeiten Frauen in der Verwaltung deutlich häufiger in Teilzeit als Männer.
Teilzeitarbeit an sich ist nichts Schlechtes. Das Problem ist das ungleiche Verhältnis und dieses kommt nicht von ungefähr – es weist, wie so oft, auf strukturelle Ursachen und Benachteiligungen hin. Aber diese wurden bisher innerhalb der Verwaltung nicht untersucht. Genau das wollen wir ändern!
Deshalb haben wir einen Antrag in den Ausschuss für Gleichstellung, Vielfalt und Antidiskriminierung eingebracht. Wir wollen herausfinden, warum so viele Frauen in der Verwaltung Teilzeit arbeiten, ob sie lieber mehr arbeiten wollen und was sich dafür aus ihrer Sicht betriebsintern konkret verändern muss.
Geplant ist unter anderem eine anonyme Befragung der Mitarbeitenden. Dabei soll es darum gehen, welche Faktoren für Teilzeit wirklich eine Rolle spielen – von Kinderbetreuung über die Pflege von Angehörigen bis hin zu Arbeitsorganisation und Führungskultur. Uns interessiert auch, ob sich manche Beschäftigte (v.a. Männer) auch eine Reduzierung ihrer Arbeitszeit wünschen und was dem entgegensteht.
Außerdem soll geprüft werden, welche Möglichkeiten es bereits gibt, um Teilzeit oder auch Vollzeit besser zu gestalten, wo diese Angebote nicht gut greifen und was es braucht, damit Beschäftigte ihre Arbeitszeit wieder erhöhen können, wenn sie das möchten. Dazu gehören flexiblere Arbeitszeitmodelle, mobiles Arbeiten, verlässliche Planung und auch Führung in Teilzeit.
Ein wichtiger Punkt ist für uns auch die Kinderbetreuung. Wir wollen wissen, ob z.B. die Errichtung einer Betriebs-Kita oder bessere Kooperationen mit bestehenden Einrichtungen möglich sind. Genauso schauen wir uns an, welche ergänzenden Angebote sinnvoll wären, etwa Randzeiten- oder Notfallbetreuung.
Denn klar ist: Teilzeit bedeutet für viele Frauen weniger Einkommen, geringere Karrierechancen und weniger finanzielle Unabhängigkeit. Gleichzeitig bleiben Potenziale ungenutzt – auch mit Blick auf den Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst.
Gleichstellung darf kein Zufall sein. Sie bedeutet, Strukturen ehrlich zu hinterfragen und sie dann auch zu verändern.
Mit unserem Antrag wollen wir genau dafür die Grundlage schaffen.

