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Energiearmut auch in Remscheid?

Bald beginnt wieder die kalte Jahreszeit und die Heizungen müssen aufgedreht werden. Doch nicht alle Menschen können sich das ohne Weiteres leisten.

Sogenannte Energiearmut ist auch in Remscheid ein großes Problem und bedeutet für Betroffene weit mehr als eine hohe Nebenkostenabrechnung. Sie kann bedeuten, im Winter Räume nicht ausreichend zu heizen, beim Warmwasser zu sparen oder an anderer Stelle auf Lebensmittel, Kleidung und gesellschaftliche Teilhabe verzichten zu müssen, damit Strom und Gas noch bezahlt werden können.

Wer seine Rechnungen dauerhaft nicht mehr begleichen kann, gerät zudem schnell in eine Schuldenspirale. Im schlimmsten Fall drohen Strom- oder Gassperren. Energieschulden können außerdem dazu führen, dass Menschen Schwierigkeiten haben, ihre Wohnung zu halten oder neuen Wohnraum anzumieten – ein Problem, das häufig wenig Beachtung findet.

Deshalb haben wir eine Anfrage zur Energiearmut in Remscheid gestellt. Wir möchten auf das Thema aufmerksam machen und erfahren, wie viele Haushalte betroffen oder gefährdet sind, welche Bevölkerungsgruppen besonders darunter leiden und welche Hilfsangebote bereits bestehen.

Vor allem wollen wir aber wissen: Was kann die Stadt konkret gegen Energiearmut tun? Welche Beratungs- und Unterstützungsangebote können ausgebaut werden? Welche Möglichkeiten gibt es, Menschen mit Energieschulden zu helfen – etwa durch finanzielle Hilfen, Darlehen oder Bürgschaften? Und wie können wir verhindern, dass Energieschulden am Ende sogar die Wohnungssuche erschweren?

Für uns stellt sich deshalb auch die grundsätzliche Frage, ob Remscheid ein eigenes kommunales Konzept zur Bekämpfung von Energiearmut braucht.

Das Thema dürfte in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. Mit dem neuen europäischen Emissionshandel für Gebäude und Verkehr können zusätzliche Kosten bei fossilen Energieträgern entstehen. Der europäische Klimasozialfonds soll soziale Härten abfedern. Deshalb wollen wir frühzeitig wissen: Ist Remscheid darauf vorbereitet – und wie können mögliche Hilfen tatsächlich bei den Menschen vor Ort ankommen?

Denn eine warme Wohnung, warmes Wasser und eine gesicherte Stromversorgung sind keine Luxusgüter. Sie gehören zur Grundversorgung und dürfen keine Frage des Geldbeutels sein!

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