Doppelmoral der AfD
Die rechtsextreme AfD stellt sich gerne als Opfer dar – während sie selbst ordentlich austeilt.
Bei der letzten Kommunalwahl warf die Wuppertaler AfD-Chefin und Tochter der Remscheider Fraktionsvorsitzenden unserem Remscheider OB-Kandidaten öffentlich vor, „NS-Methoden“ zu benutzen. Der Anlass: Er hatte darauf hingewiesen, dass manche Kommunen keine Mitglieder rechtsextremer Vereinigungen in den öffentlichen Dienst einstellen.
Gejammert wurde auch viel über „Plakatvandalismus“. In einigen Nachbarkommunen setzten AfD-Verbände sogar Preisgelder für Hinweise aus, wenn jemand beim AfD-Plakate-abhängen erwischt wird.
Interessanterweise bekamen wir letzte Woche Post von der Polizei, die uns mitteilte, dass sie im letzten Kommunalwahlkampf zwei Personen ertappte, wie sie unsere Plakate und die anderer Parteien auf der Borner Straße in Lennep abgerissen haben.
Das Brisante: Einer der Täter ist Mitglied der Remscheider AfD und kandidierte sogar im selben Wahlkampf direkt für einen Wahlkreis in Lennep sowie für die Lenneper Bezirksvertretung. Glücklicherweise besaßen die beiden auch die Geistesgröße die Plakate in ihren Rucksäcken zu verstauen. Die Beweislage ist also glasklar.
Abgerissene oder bemalte Plakate sind leider nichts Ungewöhnliches. Meist nehmen wir das mit Humor. Aber wenn ausgerechnet Kandidaten einer Partei, die sich als „Hüterin von Ordnung und Eigentum“ inszeniert, Plakate anderer Parteien zerstören und sich gleichzeitig als Opfer darstellen, dann hat das eine besondere politische Brisanz.
Wer sich über Plakatvandalismus empört, während eigene Kandidaten genau das tun, verliert jede Glaubwürdigkeit.
Bei einer Partei, die auf Spaltung, Hetze und Fake-News setzt, überrascht uns dieses Verhalten aber kaum. Inhaltlich wie praktisch zeigt sich wieder: Demokratische Regeln gelten für die AfD offenbar nur, solange sie ihr selbst helfen.
Übrigens, die Presse scheint das nicht zu interessieren. Haben wohl Angst...
Danke an die engagierten Kollegen, die die Täter gestellt und der Polizei übergeben haben.

