Altstadt oder Investorenprojekt?
Liebe Leute,
das geplante Outlet soll direkt an die Lenneper Altstadt angebunden werden. Klingt erstmal logisch, schließlich hofft man auf eine Belebung des Stadtkerns.
Doch durch die Nähe sehen viele Menschen auch eine Gefahr: Verdrängung durch finanzstarke Investoren, steigende Mieten und ein Stadtbild, das seinen gewachsenen Charakter und seinen Charme verliert.
Und die Sorgen sind berechtigt! Denn wenn ein großes Investorenprojekt direkt neben einer historischen Altstadt entsteht, geht es eben nicht nur um neue Kundschaft für kleine Läden. Es geht auch um wirtschaftlichen Druck, Konkurrenz um Kaufkraft, steigende Mieten und die Frage, wem die Altstadt künftig eigentlich gehört: den Menschen vor Ort oder großen Konzernen und Investoren mit deutlich größeren finanziellen Möglichkeiten?
Können die kleinen Lädchen da überhaupt bestehen bleiben?
Deshalb haben wir uns gefragt wie verhindert werden kann, dass das Outlet langfristig die gewachsene Struktur der Lenneper Altstadt verdrängt? Können inhabergeführte Geschäfte und klassische Gastronomie überhaupt geschützt werden? Gibt es Möglichkeiten, Systemgastronomie und große Filialketten zu begrenzen?
Genau dazu haben wir eine Anfrage an die Verwaltung gestellt. Die Antwort ist ziemlich aufschlussreich. Denn obwohl immer wieder betont wird, dass Outlet und Altstadt sich angeblich ergänzen sollen, räumt die Verwaltung gleichzeitig selbst ein, dass die Möglichkeiten zum Schutz der bestehenden Strukturen nur sehr begrenzt sind.
Systemgastronomie könne nur eingeschränkt verhindert werden. Eine Erhaltungssatzung helfe nur bedingt. Vorkaufsrechte verhindern keine bestimmten Betreiberstrukturen. Und gegen Verdrängungseffekte gebe es planungsrechtlich kaum direkte Möglichkeiten.
Das bedeutet doch im Klartext, dass die Stadt im Wesentlichen einfach darauf hofft, dass sich Outlet und Altstadt ergänzen und der Markt sich irgendwie sozial verhält. Aber genau das passiert eben meistens nicht. Denn marktwirtschaftliche Entwicklung folgt nicht dem Ziel, gewachsene Nachbarschaften zu schützen. Sie folgt Profitinteressen. Wo höhere Gewinne möglich sind, steigen Mieten. Wo große Ketten mehr zahlen können als kleine Familienbetriebe, geraten inhabergeführte Geschäfte unter Druck. Und wo Investoren Rendite erwarten, verändert sich Stück für Stück auch die Struktur einer Innenstadt.
Genau deshalb haben wir diese Anfrage gestellt, weil schon jetzt überlegt werden muss, wie so etwas verhindert werden kann. Denn die Altstadt darf nicht zur Renditefläche für Investoren werden. Sie ist Lebensraum, Geschichte und sozialer Treffpunkt!
Auch deshalb sagen wir Nein zum Outlet!

