50 Jahre türkische Gastarbeiter in Remscheid
Die über 50 Teilnehmer verlebten einen interessanten Abend. Fünf Vertreter der drei Generationen in Remscheid lebende Menschen mit türkischstämmigem Migrationshintergrund erzählten im Rahmen eines Interviews ihre Lebensgeschichte. Moderiert und nachgefragt wurde von der Kölner Journalistin Çiler Firtina. Die mal von türkisch in deutsch und umgekehrt übersetzte.
„50 Jahre türkische Gastarbeiter in Remscheid“ unter dieser Überschrift trafen sich Mitbürgerinnen und Mitbürger im Rahmen der interkulturellen Woche zu einer Veranstaltung der LINKEN. Remscheid am 12.10.2011 in der Kraftstation.
Vertreter aus drei Gastarbeiter Generationen berichteten über ihre Erfahrungen und Erlebnissen über ihr Leben in Remscheid. Es wurde ein Film gezeigt, der die Reise einer Gruppe deutscher und türkischer Jugendlicher im Jahr 1986 in das türkische Dorf Küpeli dokumentierte. Es wurde mit der Saz musiziert und bei leckeren türkischen Speisen wurden Gedanken ausgetauscht.
Die über 50 Teilnehmer verlebten einen interessanten Abend. Fünf Vertreter der drei Generationen in Remscheid lebende Menschen mit türkischstämmigem Migrationshintergrund erzählten im Rahmen eines Interviews ihre Lebensgeschichte. Moderiert und nachgefragt wurde von der Kölner Journalistin Çiler Firtina. Die mal von türkisch in deutsch und umgekehrt übersetzte.
Von Schwierigkeiten in Remscheid anzukommen und sich einzuleben wurde berichtet. So wurden die ersten Gastarbeiter in engen Wohnheimen untergebracht und durch eine Gemeinschaftsküche mit deutschem Essen verpflegt, welches ihnen überhaupt nicht schmeckte. So berichtete ein Teilnehmer, dass sein Vater ihn mit 13 Jahren nach Remscheid mitnahm um ihn hier zum Arbeiten zu schicken. Dass in Deutschland Schulpflicht bestand interessierte den Vater wenig er musste arbeiten. Dennoch hat er immer, wenn es irgendwie ging Deutschkurse besucht. Trotz eines fehlenden Schulabschlusses hat er ein erfolgreiches Leben führen können und auch seinen Kindern eine gute Ausbildung und damit einen guten Start ins Leben ermöglicht. Zwei Vertreter der dritten Generation - in Remscheid geboren und aufgewachsen – berichteten, dass sie hier ihren Schulabschluss und ihre Berufsausbildung begonnen haben oder sich nach der Ausbildung weiterqualifizieren. Dass sie sich als Remscheider fühlen Deutschland ihr Heimatland sei aber auch noch Bindungen in die Türkei bestehen die aber auch nicht problemlos sind. In Deutschland sind sie „die Ausländer“ in der Türkei „die Deutschen“. Insgesamt fühlen sie sich aber integriert.
Eins hat dieser Abend gezeigt, Migranten wollen den Ort an dem sie leben, gleichberechtigt mitgestalten. Dies erfordert die Anerkennung der Integrationspolitik als Querschnittaufgabe und damit ihre Berücksichtigung in allen Politikfeldern. Aber auch die Schaffung eines kommunalen Wahlrechts welches alle Migrantinnen und Migranten auch die aus nicht EU Staaten mit einschließt.
