Waldbrand im Westerholt: Linke fordert endlich mehr Waldbrandprävention
Bereits vor rund zwei Wochen hatte unsere Fraktion eine Anfrage zur Waldbrandgefahr in Remscheid eingereicht. Darin fragen wir unter anderem nach möglichen Waldbrand-Hotspots, bestehenden Präventionsmaßnahmen, der Zusammenarbeit mit Waldeigentümern und einer an die zunehmende Waldbrandgefahr angepassten Waldbewirtschaftung.
Anlass dafür waren neben der allgemeinen Waldbrandgefahr auch große, trockene Reisig- und Holzstapel am Wegesrand des vielbesuchten Waldes Westerholt. Ausgerechnet einer dieser Stapel ist beim gestrigen Waldbrand tatsächlich in Flammen aufgegangen. Nach Angaben der Feuerwehr brannte es auf einer Fläche von rund 50 Quadratmetern. Die Flammen schlugen beim Eintreffen der Einsatzkräfte bereits bis in die Baumkronen und das Feuer hatte auf den angrenzenden Wald übergegriffen.
„Das war quasi ein Brand mit Ansage“, erklärt unser Lenneper Bezirksvertreter und umweltpolitischer Sprecher Colin Cyrus, der das Waldgebiet gut kennt.
„In Westerholt hat es in den vergangenen Monaten bereits mehrfach gebrannt. Umso mehr haben wir uns darüber gewundert, dass trotzdem größere und leicht entzündliche Reisig- und Holzstapel direkt an Eingängen und Wegen des Waldes gelagert wurden. Natürlich gehören Totholz und Reisig zum Wald und sind ökologisch wertvoll. Trotzdem müssen wir darüber sprechen, ob solche großen Ansammlungen brennbaren Materials gerade in besonders gefährdeten Bereichen und bei zunehmender Trockenheit sinnvoll sind. Hier reicht ein Funken und wenn solche Haufen erst einmal Feuer fangen, kann sich der Brand schnell ausbreiten. Wir können froh sein, dass gestern nicht noch mehr passiert ist. Dafür danken wir der Feuerwehr und den Einsatzkräften ausdrücklich!“
Dass die Gefahr damit noch nicht vollständig gebannt war, erlebte Cyrus am selben Abend. Als er sich die Schäden im Waldgebiet ansehen wollte, entdeckte er einige Meter vom eigentlichen Brandort entfernt weitere Glutnester.
„Wir haben daraufhin erneut die Feuerwehr verständigt. Die Einsatzkräfte haben die Glutnester gelöscht und das betroffene Areal noch einmal großzügig bewässert. Auch das zeigt, dass die Waldbrandgefahr nicht abstrakt, sondern ziemlich real ist. Wir müssen deshalb dringend über Waldbrandprävention in Remscheid sprechen und uns insbesondere die Situation im Westerholt genauer anschauen“, erklärt Cyrus.
Dabei geht es für die Linke nicht allein um eine an die zunehmende Brandgefahr angepasste Waldbewirtschaftung. Ebenso wichtig seien Prävention, Aufklärung und die Sensibilisierung der Waldbesucherinnen und Waldbesucher. Vielen Menschen sei beispielsweise nicht bewusst, dass in Nordrhein-Westfalen vom 1. März bis zum 31. Oktober im Wald ein Rauchverbot gilt. Auch der richtige Umgang mit Feuer und anderen möglichen Zündquellen müsse stärker ins Bewusstsein gerückt werden. Gleichzeitig müsse angesichts wiederholter Brände auch das Thema vorsätzlicher Brandstiftung ernst genommen werden, ohne über die Ursache einzelner Brände zu spekulieren.
Genau dazu soll auch die bereits eingereichte Anfrage der Fraktion beitragen. Nach dem erneuten Brand sieht die Linke jedoch dringenden Handlungsbedarf.
„Nach den wiederholten Bränden im Westerholt sollten wir die Debatte jetzt führen und daraus konkrete Maßnahmen für Remscheid entwickeln. Dazu müssen Verwaltung, Feuerwehr, Forstbehörden und Waldeigentümer gemeinsam schauen, wo Risiken bestehen und wie wir diese reduzieren können. Das sind wir nicht zuletzt auch den Anwohnerinnen und Anwohnern am Westerholt schuldig, die sich angesichts der wiederholten Brände verständlicherweise große Sorgen machen“, so Cyrus abschließend.

