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Versprechen einhalten – Wupperstraße als wichtige Verkehrsachse erhalten!

Als der damalige Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz gemeinsam mit Investor Philipp Dommermuth vor einigen Jahren die neuen Pläne für ein Outlet-Center in Lennep vorstellte und damit die bisherigen Pläne für ein neues Quartier abrupt beendete, löste das zumindest unter den grundsätzlichen Befürworter eines Outlets neue Euphorie aus.
 

Nicht weniger als das modernste und grünste Outlet-Center Europas sollte in Lennep entstehen und Remscheid auf die nationale Landkarte setzen. Nach dem krachenden Scheitern der alten DOC-Pläne sollte diesmal alles anders werden. Nicht nur das Center selbst, sondern auch das Planungsverfahren. Es sollte schneller, transparenter und unter stärkerer Beteiligung der Menschen vor Ort ablaufen. Vor allem wollte man aus den Fehlern des gescheiterten Projekts lernen und zentrale Kritik- und mögliche Klagepunkte von Beginn an ausräumen.

Dazu wurden konkrete Zusagen gemacht. Unter anderem sollte auf ein großes mehrstöckiges Parkhaus verzichtet und die Wupperstraße ausdrücklich nicht in das Outlet-Gelände einbezogen werden.

Von diesem Aufbruch ist inzwischen wenig übrig. Der Outlet-Zauber ist durch ein zähes und undurchsichtiges Verfahren verflogen. Es sind kaum Fortschritte sichtbar – im Gegenteil. Ständig wurden Planung angepasst und verworfen. Vom Planungsverfahren selbst, über den Baukörper bis zur Parkplatzsituation. Auch nach Jahren liegen der Öffentlichkeit noch immer keine entscheidenden Gutachten vor. Gleichzeitig dürften die zahlreichen Umplanungen eine mögliche Umsetzung weiter verzögern.

Die anfängliche Euphorie ist damit längst einer zunehmenden Ernüchterung gewichen. Auch über den Kreis der bisherigen Outlet-Kritiker hinaus wachsen Skepsis und Unmut. Dies hat nun auch die Verwaltung gemerkt und möchte getreu dem Motto „Schnelligkeit vor Gründlichkeit“ nun weitere Fakten schaffen. Auf der heutigen Sitzung des Hauptausschusses soll über einen angepassten Kaufvertrag beraten werden, der auch den Verkauf der Wupperstraße umfasst – obwohl den politischen Gremien weiterhin wesentliche Gutachten und Entscheidungsgrundlagen fehlen.

„Der Erhalt der Wupperstraße war eine der zentralen Zusagen bei der Vorstellung der neuen Outlet-Pläne. Mit dem jetzigen Vorstoß wird dieses Versprechen gebrochen“, erklärt die Fraktionsvorsitzende Natalia Lange. „Gerade die Einziehung der Wupperstraße gehörte bereits bei den alten Planungen zu den größten Streitpunkten. Dass das Thema nun wieder auf den Tisch kommt, sorgt völlig zu Recht auch weit über den Kreis der grundsätzlichen Outlet-Kritiker hinaus für Widerstand. Das zeigt nicht zuletzt das Schreiben des Verkehrs- und Fördervereins.“

Besonders problematisch seien die Auswirkungen auf die Menschen, die in Lennep wohnen und arbeiten: „Die Wupperstraße ist eine zentrale Verkehrsachse. Bei einer Schließung müsste ein erheblicher Teil des Verkehrs zwischen Lenneps Zentrum und Radevormwald auf andere Straßen und durch Wohngebiete ausweichen. Der Hasenberg würde deutlich schlechter an das Zentrum angebunden. Als direkte Verbindung bliebe im Wesentlichen nur noch der enge Talsperrenweg. Wie unter diesen Bedingungen insbesondere Bus- und Lieferverkehre vernünftig durch die teilweise engen Straßen geführt werden sollen, ist für uns nicht nachvollziehbar und deswegen können wir dem auch nicht zustimmen“, so Lange.

Auch aus ökologischer Sicht sieht die Fraktion erhebliche Probleme, wie unser Lenneper Bezirksvertreter Colin Cyrus erklärt: „Mit den Planänderungen und der Einziehung der Wupperstraße sind auch massive Fällungen der alten Bäume am Stadion und Jahnplatz verbunden. Damit würde ein weiteres Kernversprechen des Projekts infrage gestellt, nämlich der Anspruch, ein besonders grünes und nachhaltiges Outlet zu schaffen.“

Cyrus nimmt zugleich eine deutlich veränderte Stimmung im Stadtteil wahr: „Viele Menschen sind nach all den Jahren zunehmend genervt von der Outlet-Debatte. Die Verwaltung wiederholt alte Fehler. Die Umplanungen und die damit verbundenen Widrigkeiten werden das Projekt weiter in die Länge ziehen und es letztendlich scheitern lassen. Hätte man all die Zeit und Energie von mittlerweile 16 Jahren Outletplanung in eine vernünftige und nachhaltige Stadtentwicklung gesteckt, wären Remscheid und Lennep viel weiter. Es ist höchste Zeit jetzt dieses Projekt endgültig zu den Akten zu legen und den Blick auf eine Stadtentwicklung zu richten, von der Lennep und seine Bewohner tatsächlich profitieren“, so Cyrus abschließend. 

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