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Hitze und Trockenheit setzen Stadtbäumen zu – Linke fordert stärkeren Schutz

Die vergangene Hitze- und Trockenheitsperiode dieses Sommers hat auch an den Remscheider Stadtbäumen deutliche Spuren hinterlassen. Das geht aus einer Antwort der Verwaltung und der TBR auf eine Anfrage unserer Fraktion hervor (https://sessionnet.owl-it.de/remscheid/bi/vo0050.asp?__kvonr=25286). Demnach hat sich die Vitalität der Stadt- und Straßenbäume durch Hitze und Trockenheit verschlechtert. Besonders betroffen sind insbesondere Buchen, Birken, Eschen und Kastanien.
Welche langfristigen Schäden der diesjährige Sommer verursacht hat, wird sich teilweise sogar erst in den kommenden Jahren zeigen.

Wie dramatisch sich die Situation entwickeln kann, zeigt nach Auffassung der Linken ein Blick in die Nachbarstadt Wuppertal. Dort mussten nach Angaben des WDR in diesem Sommer bereits fast 1.000 Stadtbäume wegen Hitzeschäden gefällt werde!

„Die Entwicklung in Wuppertal sollte für uns ein deutliches Warnsignal sein. Auch unsere Bäume leiden unter den immer längeren Hitze- und Trockenperioden. Die TBR unternehmen bereits einiges und insbesondere junge Bäume werden regelmäßig bewässert. Dafür sind wir den Beschäftigten sehr dankbar. Gleichzeitig zeigt die Antwort auf unsere Anfrage aber auch, dass die Möglichkeiten begrenzt sind und wir uns auf immer schwierigere Bedingungen einstellen müssen“, erklärt Wolfgang Kolonko, Landtagskandidat der Linken und Mitglied im Betriebsausschuss der TBR.

 

Dabei brauchen die Städte gerade angesichts steigender Temperaturen ihre Bäume mehr denn je. Sie spenden Schatten, kühlen durch Verdunstung ihre Umgebung, verbessern das Stadtklima und bieten zahlreichen Tieren Lebensraum.

Für die Linke folgt daraus besonders eine klare Konsequenz: Gesunde und vitale Bäume müssen unbedingt erhalten werden!

„Wir können nicht auf der einen Seite über Hitzeschutz und Klimaanpassung sprechen und auf der anderen Seite gesunde, über Jahrzehnte gewachsene Bäume für Bauvorhaben fällen. Jeder vitale Baum, den wir heute erhalten können, ist wertvoll. Das muss bei zukünftigen Planungen wesentlich stärker berücksichtigt werden – vom kleineren Bauvorhaben bis zu Großprojekten wie dem geplanten Outlet-Center in Lennep“, erklärt Colin Cyrus, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion.

Deshalb müsse der Grundsatz lauten: Bestehende Bäume erhalten und gleichzeitig deutlich mehr neue Bäume pflanzen.

Neue Bäume müssten dabei von Beginn an so geplant werden, dass sie auch unter den veränderten klimatischen Bedingungen langfristig bestehen können. Dazu gehören geeignete Baumarten, ausreichend große Wurzelräume sowie eine gesicherte Pflege und Bewässerung. Große Hoffnungen setzt die Fraktion deshalb auf das angekündigte Stadtbaumkonzept. Dieses müsse genutzt werden, um den vorhandenen Baumbestand langfristig zu sichern und geeignete Standorte für zusätzliche Bäume zu identifizieren.

Gleichzeitig müsse Remscheid alle Möglichkeiten ausschöpfen, um vorhandene Bäume durch Hitze- und Trockenperioden zu bringen – von ausreichender Bewässerung und Pflege bis zum Einsatz technischer Möglichkeiten wie Sensoren.

Daneben will die Linke auch die Bevölkerung stärker einbeziehen. Überrascht habe die Fraktion, dass es trotz einer grundsätzlich bestehenden Möglichkeit derzeit keine einzige offizielle Baumpatenschaft in Remscheid gebe.

„Wir wissen, dass es viele Menschen gibt, die sich für das Grün vor ihrer Haustür engagieren wollen. Wenn trotzdem niemand das offizielle Angebot der Baumpatenschaften nutzt, müssen wir uns fragen, woran das liegt. Wir sollten das Konzept deshalb überarbeiten, einfacher und bekannter machen und das Engagement stärker würdigen, beispielsweise durch die Anerkennung als Ehrenamt“, so Cyrus.
Dabei sei klar, dass ehrenamtliches Engagement die Verantwortung der Stadt und der TBR nicht ersetzen könne. Es könne aber eine wertvolle Ergänzung sein.

„Unsere Stadt braucht mehr Bäume, nicht weniger und Baumschutz muss daher eine deutlich höhere Priorität haben! Dabei geht es längst nicht nur um Natur- und Klimaschutz. Bäume kühlen unsere Stadt, spenden Schatten, schützen damit unsere Gesundheit und machen Straßen, Plätze und Quartiere lebenswerter und schöner. Jeder Euro, den wir heute in den Erhalt und die Neupflanzung von Stadtbäumen investieren, ist deshalb gut angelegtes Geld. Diese Investitionen werden sich langfristig für die Menschen, die Umwelt und unsere Stadt auszahlen“

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