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Durchgedreht? Sexismus sells!

Gestern öffneten sich in Essen für 4 Tage die Tore der Reifen-Messe. Aussteller aus ganz Europa präsentieren ihre rollende Produktpalette unter dem Motto "Tires and more". Doch nicht nur die Rundungen der Ausstellungsstücke sollen das Auge der Betrachter erfreuen

 

Gestern öffneten sich in Essen für 4 Tage die Tore der Reifen-Messe. Aussteller aus ganz Europa präsentieren ihre rollende Produktpalette unter dem Motto "Tires and more". Doch nicht nur die Rundungen der Ausstellungsstücke sollen das Auge der Betrachter erfreuen. Der Reifen Center Wolf GmbH & Co. KG stellt seinen profilbehafteten Rädern die Rundungen einer jungen Frau zu Seite. Als Höhepunkt modernsten Bodypaintings verkleidet, kennt der Sexismus des Marktes keine Grenzen. Lediglich mit einem knappen String und Highheels bekleidet posiert eine junge Frau von oben bis unten bemalt als Werbetafel für profilierte Männerwünsche.

 

Katharina Schwabedissen und Hamide Akbayir, frauenpolitische Sprecherinnen im Landesvorstand DIE LINKE. NRW erklären dazu: "Es ist offenbar mal wieder an der Zeit, dass Frauen radikal und konsequent klar machen, dass sie keine Objekte sind. Die alte Frage der Frauenbewegung, was nackte, räckelnde Frauen auf Autos und ähnlichen Gegenständen zu suchen haben, stellt sich weiterhin. Die Wolf GmbH und Co KG reiht sich ein in eine neuerblühende Kultur der Reduzierung von Frauen auf ihre körperlichen Reize. Was als Ästhetik fungiert, bleibt Sexismus! Frauen, die sich gegen die Vermarktung von Frauenkörpern zur Wehr setzen, werden gerne in die Ecke der verklemmten und prüden Jungfer abgeschoben. Die Debatte ist so alt, wie dumm. Während sich die gesellschaftliche Debatte an 'Ehrenmorden' und Zwangsprostitution entzündet, spielt offenbar die Würde der Frau nur für muslimische und flüchtlingspolitische Zusammenhänge eine Rolle. Ansonsten darf Frau weiter als Objekt im freien Spiel der Kräfte von Mann und Markt im Kapitalismus dienen. Wenn Männer denn tatsächlich besser gucken als denken können, dann kann man ihnen nur antworten: Jungs, abtreten! Wir fordern den Veranstalter der Messe auf, den Sexismus in seinen Ausstellungsräumen zu unterbinden!"

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