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Muss der "Hexenbaum" weichen?

Der Hackenberg ist in Aufruhr: Vor einigen Wochen wurden mehrere Bäume auf dem Gelände der Hilde-Heinemann-Schule markiert – darunter auch eine rund 160 Jahre alte, besonders markante Hainbuche, die vielen als „Hexenbaum“ bekannt ist.

Kurz darauf bestätigte der Sozialdezernent die Befürchtungen der Menschen vor Ort: Der Baum soll gefällt werden, um den Erweiterungsplänen der Schule zu weichen.

 

Die Linke Remscheid zeigt sich darüber äußerst irritiert.
„In den politischen Diskussionen über die Erweiterung der Hilde-Heinemann-Schule, die wir grundsätzlich befürworten, war nie die Rede davon, den gesamten Baumbestand zu roden. Nach den uns zuletzt bekannten Planungsunterlagen erscheint eine Fällung aus unserer Sicht auch nicht erforderlich“, erklärt die neue Fraktionsvorsitzende Natalia Lange.

Auch das Verfahren und die Kommunikation seitens der Verwaltung stoßen auf Kritik.
„Einer Fällung müssen zunächst mehrere politische Gremien, wie z.B. die Bezirksvertretung Lennep, zustimmen. Diese wurden bisher jedoch gar nicht offiziell informiert“, so Colin Cyrus, Lenneper Bezirksvertreter und umweltpolitischer Sprecher der Linken.
„Uns liegt bislang keine Beschlussvorlage vor. Umso verwunderlicher ist es, dass die Bäume bereits markiert wurden und der Sozialdezernent die Fällung in der Lokalpresse als unvermeidlich und quasi beschlossene Sache darstellt.“

Grundsätzlich zeigt sich die Linke Remscheid bereit, Baumfällungen auch mit Bauchschmerzen zuzustimmen, wenn sie für wichtige Projekte wie Schulbauten unumgänglich sind. „Doch jeder Einzelfall muss sorgfältig geprüft werden – und es gibt nun einmal weniger bedeutende und sehr bedeutende Bäume“, betont Cyrus.
„Die Verwaltung scheint neben dem ökologischen Wert vor allem die emotionale Bedeutung dieses Baumes für die Hackenbergerinnen und Hackenberger völlig zu unterschätzen. Uns haben dutzende Nachrichten von Menschen erreicht, die regelrecht entsetzt über die geplante Fällung sind. Generationen von Anwohnerinnen und Anwohnern lieben diesen Baum und verbinden mit ihm schöne Erinnerungen und wunderbare Geschichten. Für viele ist er ein Naturdenkmal und ein Stück Heimat. Einige haben sogar angekündigt, sich notfalls buchstäblich an den Baum zu ketten, um ihn zu schützen.“

Die Linke fordert daher die Verwaltung auf, ihre Pläne zu überdenken.
„Angesichts der Größe des Schulgeländes sind wir überzeugt, dass sich eine alternative Lösung finden lässt“, so Cyrus abschließend.