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Alles auf Anfang? Outlet-Wahnsinn geht in die nächste Runde!

Lange Zeit war es ruhig um das geplante Outlet-Center. Weder Öffentlichkeit noch Politik erhielten nennenswerte neue Informationen. Verzögerungen bei Gutachten sowie eine insgesamt zurückhaltende Kommunikation von Investor und Stadtverwaltung sorgten zunehmend für Irritationen. Auch unter Befürwortern des Projekts wuchs zuletzt die Skepsis.

Mit der Ernennung des neuen Outlet-Koordinators Sebastian Linke kam jedoch wieder Bewegung in das Verfahren. Positiv hervorzuheben ist dabei insbesondere die veränderte Kommunikationsstrategie der Stadt, die die politischen und kritischen Akteure zuletzt deutlich stärker einbezog.

„In den vergangenen Wochen haben wir seitens der Stadt eine neue Form der Transparenz und Informationspolitik wahrgenommen. Es gab mehrere Gespräche mit uns sowie mit weiteren kritisch eingestellten Gruppen. Dabei wurden Sachstände erläutert, Planungen diskutiert und unsere Fragen beantwortet. Diesen Austausch begrüßen wir ausdrücklich“, erklärt unsere Fraktionsvorsitzende Natalia Lange.

Umso überraschender ist nun die kurzfristige Kehrtwende in der weiteren Planung des Outlet-Centers.

„Noch am Mittwochabend haben wir im Rahmen eines Treffens mit der Wählergruppe echt.Remscheid gemeinsam mit Vertretern der Verwaltung intensiv über den aktuellen Stand und die bisherigen Fortschritte gesprochen und die neue Transparenz ausdrücklich gelobt. Bereits am darauffolgenden Tag wurden uns jedoch völlig neue Planungen präsentiert“, berichtet unser Bezirksvertreter Colin Cyrus.

Die nun vorgestellten Pläne bedeuten eine grundlegende Neuausrichtung des gesamten Projekts. Künftig soll der erste Bauabschnitt am Rand der Altstadt auf den Flächen des Jahnplatzes sowie der ehemaligen Grundschule realisiert werden und zugleich einen Großteil der Verkaufsflächen umfassen. Darüber hinaus wurden zusätzliche Grundstücke in unmittelbarer Nähe erworben, die ebenfalls in die Planung einbezogen werden sollen. Entgegen früherer Zusagen soll zudem die Wupperstraße künftig Teil des Areals werden und in größeren Abschnitten nicht mehr öffentlich befahrbar sein.

Ein zweiter Bauabschnitt ist auf dem Gelände des Röntgenstadions vorgesehen. Ob dort weiterhin die ursprünglich geplante markante „Ellipse“ realisiert wird, ist fraglich. Insgesamt macht die neue Planung eine erneute Änderung des Bebauungsplans erforderlich; zudem müssten wesentliche Teile der Gutachten überarbeitet oder neu erstellt werden. Dies dürfte zu weiteren Verzögerungen führen und die städtebauliche Entwicklung zusätzlich belasten.

Die Stadtspitze und der Investor begründen diese Neuausrichtung mit anhaltender Kritik aus Politik und Bürgerschaft – insbesondere am bisherigen Konzept einer „Landschaft auf Zeit“ sowie an der unzureichenden Anbindung an die Altstadt. Diese Argumentation überzeugt unseren Lenneper Bezirksvertreter jedoch nicht:

„Selbstverständlich ist es sinnvoller das Projekt an der Altstadt zu entwickeln, wenn man diese mit einbeziehen will. Aber das wussten die verantwortlichen von Anfang an! Dennoch hat man sich bewusst für einen anderen Ansatz entschieden. Es liegt daher nahe, dass Schwierigkeiten bei der Umsetzung der ursprünglichen Planung zu dieser grundlegenden Überarbeitung geführt haben“, so Cyrus. „Dass der Investor in einem fortgeschrittenen Planungsstadium offenbar eigenständig eine vollständige Neuausrichtung vornimmt und die Stadt diesem Kurs so folgt, wirft Fragen auf. Wer hat hier eigentlich das Heft des Handelns in der Hand?“

Die Überarbeitung der Planungen bedeutet aus unserer Sicht jedoch keineswegs eine Verbesserung des Vorhabens – im Gegenteil.

„Unsere grundsätzliche Kritik bleibt bestehen: die drohende Überlastung der Infrastruktur, die verpasste Chance einer alternativen Entwicklung der Flächen, wirtschaftliche Verdrängungseffekte innerhalb der Stadt sowie ökologische Bedenken. Da sich an den Dimensionen des Projekts nichts ändert, werden diese Probleme nicht gelöst. Hinzu kommen nun die Einbeziehung der Wupperstraße und weitere zeitliche Verzögerungen. Auch die Befürworter des Projekts sollten diese Entwicklung kritisch hinterfragen.“, so Natalia Lange abschließend.