Sport lieber direkt im Quartier? Nutzungsoptionen des Sportplatzes Blaffertsberg offen prüfen
Die Zukunft der Sportanlage Blaffertsberg ist weiterhin ungeklärt. Seit Jahren stehen im städtischen Haushalt Mittel für die Umwandlung des Tenneplatzes in einen Kunstrasenplatz bereit. Durch die Auflösung des FC Klausen und die geografische Lage des Platzes muss jedoch ernsthaft überlegt werden, wie eine sportliche Nutzung der Fläche zukünftig aussehen kann und ob sie überhaupt sinnvoll wäre oder es bessere Optionen, wie etwa eine Wohnbebauung oder soziale Nutzungsmodelle, gibt.
Vor diesem Hintergrund fordert unsere Fraktion eine umfassende Prüfung der planungs- und baurechtlichen Möglichkeiten für die Fläche Blaffertsberg. Ziel ist es, transparent darzustellen, welche Nutzungen dort grundsätzlich zulässig sind, welche rechtlichen und baulichen Hürden bestehen und welcher zeitliche sowie finanzielle Aufwand mit möglichen Veränderungen verbunden wäre.
„Wir wissen aktuell schlicht nicht, was am Blaffertsberg realistisch umsetzbar ist – und was nicht“, erklärt unser Lüttringhauser Bezirksvertreter Axel Behrend. „Solange diese Fragen ungeklärt sind, fehlt uns die Grundlage für jede ernsthafte politische Entscheidung über Sanierung, Investitionen oder alternative Nutzungen.“
Geprüft werden sollen dabei ausdrücklich unterschiedliche Entwicklungsperspektiven: eine Weiterentwicklung der bestehenden Sportinfrastruktur ebenso wie alternative Nutzungen, etwa für Wohnen oder gemeinschaftliche Angebote. Darüber hinaus müssen Fragen der Erschließung, Zuwegung, Entwässerung, Altlasten, Umweltauflagen sowie die Vorgaben des bestehenden Flächennutzungs- und Bebauungsplans berücksichtigt werden.
Grundsätzlich sehen wir als Fraktion eine sportliche Zukunft des Blaffertsbergs ohne tragende Vereinsstruktur eher kritisch. Die Anlage liegt weit abseits des Klausener Wohngebiets, ist schlecht angebunden und bietet nur geringe soziale Kontrolle. Deshalb halten wir es für notwendig, parallel stärker über quartiersnahe, niedrigschwellige Sport- und Bewegungsangebote im Wohngebiet Klausen zu sprechen.
Aus diesem Grund haben wir zusätzlich eine Anfrage eingebracht, mit der wir den Blick gezielt auf bestehende Sport-, Bolz- und Freiflächen im Quartier Klausen richten. Wir wollen klären, welche Flächen sich für eine Sanierung oder Weiterentwicklung eignen, wo neue öffentliche Bewegungsangebote entstehen könnten und welche rechtlichen, baulichen oder organisatorischen Hindernisse dabei bestehen.
„Viele Sport- und Grünflächen in Klausen sind in die Jahre gekommen und werden deshalb kaum genutzt“, erklärt unser sportpolitischer Sprecher Louis Achenbach. „Gleichzeitig gibt es einen großen Bedarf an zeitgemäßen Angeboten – von modernen Bolz- und Basketballplätzen über Calisthenics-Anlagen bis hin zu generationsübergreifenden Bewegungsangeboten. Solche wohnortnahen Flächen erreichen deutlich mehr Menschen als ein einzelner, abgelegener Sportplatz. Mit den Haushaltsmitteln für den Blaffertsberg könnte man viele Anlagen ertüchtigen und moderne, niedrigschwellige Sportangebote im Quartier schaffen.“
„Unser Ziel ist eine ehrliche und fundierte Debatte“, so Behrend abschließend. „Dafür brauchen wir Transparenz über die Möglichkeiten am Blaffertsberg – und einen klaren Blick auf die sportlichen Bedürfnisse und Möglichkeiten im Quartier Klausen.“

