Bauzaun um Baum?
Der Streit um die alte Hainbuche an der Hilda-Heinemann-Schule in Lennep spitzt sich weiter zu. Erneut sorgte die Stadtverwaltung für Unmut unter den Anwohnenden und der Siedlergemeinschaft Hackenberg, nachdem sie überraschend einen Bauzaun mit Videoüberwachung rund um die zur Fällung vorgesehenen Bäume errichten ließ.
Die Siedlergemeinschaft reagierte empört und warf der Verwaltung in einem offenen Brief eine unnötige Machtdemonstration vor. Auch unser Lenneper Bezirksvertreter Colin Cyrus zeigt sich irritiert über die nächtliche Maßnahme:
„Die Verwaltung wäre gut beraten, konstruktiv auf die Anwohnenden zuzugehen, sich ernsthaft mit ihrem Anliegen auseinanderzusetzen und offensichtliche Fehler in der Kommunikation endlich einzuräumen. Stattdessen setzt man offenbar auf Konfrontation und verschwendet unnötig Steuergelder.“
Besonders ärgerlich ist dabei das von der Stadtverwaltung angeführte Argument der Sicherheit. Weil nun vermehrt Menschen den Ort aufsuchen, sei die Umzäunung aus Sicherheitsgründen notwendig. „Ich kann dort keine Gefahrenlage erkennen. Die Bäume sind stabil und eine Baustelle besteht nicht. Nach der Logik müssten alle kleinen Waldstücke und Schulhöfe in Remscheid eingezäunt werden.“, erklärt unsere Fraktionsvorsitzende Natalia Lange. „Dass viele Anwohnende das Sicherheitsargument als vorgeschoben empfinden, um unliebsame Spruchbänder zu entfernen und die Diskussion zu unterbinden, können wir gut nachvollziehen.“
„Natürlich kommen sich die Menschen vor Ort veräppelt vor, wenn ein harmloser Baum zum Sicherheitsrisiko hochstilisiert wird, aber beispielsweise eine tatsächlich gefährliche Bauruine direkt am Lenneper Bahnhof ohne Konsequenzen vor sich hin bröckelt darf.“, erklärt Cyrus. „Offenbar ist die Verwaltung nervös und sieht sich unter Druck gesetzt. Verständlicherweise, denn Schulraum wird dringend benötigt. Doch dass jetzt plötzlich schnell gehandelt werden muss, ist auch Ergebnis jahrelanger Versäumnisse in der Schulraumentwicklungsplanung. Dafür können die Anwohnenden nichts. Ihre Interessen sowie die Anforderungen an ökologische Nachhaltigkeit müssen berücksichtigt werden und dürfen keinem Aktionismus zum Opfer fallen. Deshalb müssen jetzt gemeinsame Lösungen gefunden werden. Die Menschen wollen einbezogen werden, nicht eingezäunt.“, so Cyrus abschließend.

