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Aktive Prävention von se*ualisierter Gewalt: Handeln statt wegsehen!

Straftaten gegen die se*uelle Selbstbestimmung in Remscheid stiegen in den letzten zehn Jahren rasant an. Ausreichende Prävention und Beratungsstellen für Opfer und potenzielle Täter gibt es nicht. Daher haben wir zwei Anträge zu diesem wichtigen Thema eingereicht. Unsere Pressemitteilung hierzu könnt ihr unten lesen:

Sexualisierte Gewalt nimmt zu – Die Linke/echt.Remscheid fordert entschiedenes Handeln

Seit über einem Jahrzehnt steigt die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung in Remscheid stetig an. Wir sind der Meinung, dass dieses Problem nicht ignoriert werden darf und fordern entschiedenes Handeln!
Daher haben wir zwei Anträge in die nächste Ratssitzung eingebracht. Ziel ist es, die Präventions- und Beratungsstrukturen bedarfsgerecht auszustatten und ein umfassendes Handlungskonzept zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt zu entwickeln.

Wie die Verwaltung in ihrer Antwort auf eine Anfrage der Fraktion erklärte, bestehen derzeit besonders Engpässe in der Versorgung von betroffenen Kindern und Jugendlichen. Die zuständige Fachstelle innerhalb der psychologischen Beratungsstelle ist mit lediglich einer halben Stelle für die gesamte Stadt ausgestattet – eine völlig unzureichende Personalausstattung angesichts der wachsenden Herausforderungen. Die Linke/echt.Remscheid fordert daher die kurzfristige Aufstockung der Stelle, um den betroffenen Kindern, Jugendlichen und Familien die Unterstützung zukommen zu lassen, die sie dringend benötigen.

„Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt muss mit den nötigen Ressourcen hinterlegt werden. Das sollte oberste Priorität haben“, erklärt Nadine-Fleur Bailac-Cyrus, Sprecherin für Gleichstellungsfragen der Fraktion. „Die Verwaltung spricht selbst von Versorgungslücken – das darf nicht weiter hingenommen werden. Wir brauchen eine handlungsfähige Fachstelle, die präventiv und beratend arbeiten kann.“

Darüber hinaus beantragt die Fraktion die Entwicklung eines fachübergreifenden städtischen Konzepts gegen sexualisierte Gewalt. Dieses soll gemeinsam mit Schulen, Beratungsstellen, Polizei, Jugendhilfe und weiteren relevanten Akteuren erarbeitet werden. Ein besonderer Schwerpunkt soll dabei auf der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie potenziellen Täterinnen und Tätern liegen. Denn wie die Verwaltung ebenfalls einräumt, existiert bislang in Remscheid eine vollständige Versorgungslücke im Bereich der Täterarbeit.

Fraktionsvorsitzende Bettina Stamm unterstreicht die Dringlichkeit des Anliegens: „Wenn die Zahl der Vergewaltigungen steigt und gleichzeitig keine Angebote zur Prävention und Täterarbeit bestehen, ist das ein unhaltbarer Zustand. Wir müssen sexualisierter Gewalt entschieden entgegentreten – mit klaren Konzepten, politischem Willen und ausreichend finanziellen Mitteln.“

Besorgt zeigt sich die Fraktion auch über den wachsenden Einfluss frauenverachtender Ideologien, die insbesondere über soziale Netzwerke wie TikTok eine enorme Reichweite unter jungen Männern erzielen. Misogyne und teils rechtsextreme Influencer prägen zunehmend das Weltbild junger Menschen – häufig unbemerkt von der Mehrheitsgesellschaft. Aus Sicht der Fraktion braucht es dringend ein pädagogisches und gesellschaftliches Korrektiv, das dieser Entwicklung entgegenwirkt.

„Wir dürfen nicht tatenlos zusehen, wie sich antifeministische Ideologien in der Lebenswelt junger Menschen verfestigen. Die Stadt muss hier aktiv werden – mit Aufklärung, Bildung und präventiven Angeboten“, so Bailac-Cyrus. „Der Schutz vor sexualisierter Gewalt darf kein Randthema sein, sondern muss zur politischen und gesellschaftlichen Priorität werden.“

Die Fraktion Die Linke/echt.Remscheid setzt sich mit ihren Anträgen dafür ein, dass Prävention, Schutz und Unterstützung von Betroffenen endlich die nötige Aufmerksamkeit und Förderung erhalten. Es gehe jetzt darum, nicht länger zu reden, sondern entschlossen zu handeln.