Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Tag der Pflege - Medizinisches Personal braucht mehr als leere Versprechen

„Die Corona-Pandemie hat gezeigt: Unser Gesundheitssystem ist falsch organisiert. Jahrelang wurden die Krankenhäuser auf Markt und Profit zugeschnitten und privatisiert, es musste sich ‚rechnen‘: Die Betten und Stationen müssen ausgelastet sein, damit es sich ‚lohnt‘. Wenn der Bedarf steigt, gibt es keine Reserven. Das ist schlechte Planung und schlechte Politik, die Tausende Menschen das Leben kosten kann", sagt die gesundheitspolitische Sprecherin der Remscheider LINKEN Brigitte Neff- Wetzel.

„In der Altenpflege fehlen Personal, Schutzausrüstung und ausreichende Corona-Tests. Der Gesundheitsminister hat Beschäftigten Prämien versprochen, die sollen aber zum Großteil von den Pflegekassen – und damit aus den Eigenanteilen der Gepflegten – finanziert werden. Für die großen Konzerne macht die Bundesregierung hingegen Milliarden locker! Die Pflegekräfte sind bereits vor Corona auf dem Zahnfleisch gegangen. Jetzt haben sie Applaus und leere Versprechen bekommen, aber keine Zulagen“, empört sich Frau Neff- Wetzel. In den weiteren Ausführungen ergänzt sie: „Zwei Drittel der Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt, die durchschnittliche Pflegezeit beträgt 63 Stunden in der Woche, auch schon vor Corona. 90 Prozent der pflegenden Angehörigen sind Frauen. Für die Pflegenden bedeutet die Corona-Krise eine große Belastung, Tagespflegen sind geschlossen, die Pflegedienste arbeiten am Limit, Freunde und Enkelkinder können nicht zu Besuch kommen. Ausreichende Unterstützung ist nicht in Sicht – die häusliche Pflege bleibt das Stiefkind der Pflegepolitik. Es braucht dringend eine „Lohnersatzleistung“ vergleichbar mit dem Elterngeld, wenn Beschäftigte pflegebedingt nicht ihrem Beruf nachgehen können