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Bäume schützen!

Liebe Remscheiderinnen und Remscheider,

 

am Freitag schrieb die SPD-Fraktion einen offenen Brief an den Oberbürgermeister, mit Vorschlägen wie sich unsere Stadt auf zukünftige Starkregenereignisse besser vorbereiten kann.

Schön und gut, aber viel zu wenig! Wir müssen das Thema endlich ernst nehmen und wirklich und effektiv handeln!

Daher haben wir den Brief um ein paar Punkte ergänzt, die wir (mit Rückendeckung der Wissenschaft) für wichtig halten, um unsere Stadt zukünftig besser auf solche Ereignisse vorzubereiten

Den genauen Wortlaut lest ihr:

Klimawandel – Herausforderung für die Zukunft

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Mast-Weisz, lieber Burkhard,

die Fraktion DIE LINKE im Rat der Stadt Remscheid hat mit Interesse die Aussagen und Prämissen der SPD-Fraktion zu der Tragik und Schwere des letztens Hochwassers, der steigenden Gefahr durch erhöhte Intensität und Frequenz solcher Unwetterkatastrophen und der Notwendigkeit der besseren Prävention zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger zur Kenntnis genommen.
Wir teilen das Entsetzen über die Katastrophe und auch die Empfehlungen, die Identifizierung besonders gefährdeter Bereiche zu aktualisieren und Warnsysteme und -ketten zu verbessern. Doch das reicht unserer Meinung noch lange nicht!
Die Stadt muss ihren Beitrag dazu leisten, den Klimawandel zu begrenzen und sich an die unausweichlich kommenden Klimaveränderungen anpassen. Das geschieht nicht mit Lippenbekenntnissen und kleinen Pflastern. Leider müssen dafür JETZT kurzfristig - auch unangenehme und unbeliebte-Entscheidungen
getroffen werden. Jedes Zögern wäre fatal! Wir können nicht beeinflussen, wie viel Regen auf unsere Stadt niederschlägt, aber wir können beeinflussen, wie und wo dieser abfließt und versickert. Wir können die Sonnenintensität nicht steuern, aber steuern, wie stark sich unsere Stadt aufwärmt.
Daher haben wir für den anvisierten Wassergipfel als Ergänzung auch ein paar Vorschläge und Anregungen formuliert, die den schon bekannten wissenschaftlichen Empfehlungen entsprechen:

a) ALLE geplanten Projekte der Stadt, bei denen große und wertvolle Naturflächen unwiderruflich versiegelt werden (Gleisdreieck, Erdbeerfelder, DOC, Durchstich Intzestraße, Knusthöhe usw.), müssen auf den Prüfstand gestellt werden!
Je mehr Flächen versiegelt werden, desto höher die Gefahr für Überschwemmungen bei Starkregenereignissen und desto höher die Temperaturen und Trockenheit bei Hitzewellen, die ebenfalls
regelmäßig Menschenleben fordern. Es bringt nichts viel Geld in Präventionsmaßnahmen zu stecken, wenn gleichzeitig Begünstigungen für Naturkatastrophen geschaffen werden. Die direkten und indirekten Kosten der Naturzerstörung werden irgendwann die finanziellen Erlöse aus den geplanten
Projekten übertreffen. Anstatt neue Naturflächen zu versiegeln, müssen Brachen und Leerstände reaktiviert werden.

b) Baumbestand sichern und Begrünung ausbauen!
Bäume und andere Pflanzen nehmen Wasser auf und kühlen die Umgebungsluft ab. Nur mit mehr Grün in der Stadt können wir angemessen auf die Klimaveränderungen reagieren. Leider verzeichnet Remscheid jedes Jahr einen hohen Nettoverlust von Stadtbäumen, es werden mehr (große, alte) Bäume gefällt als nachgepflanzt – es müsste andersherum sein. Aber auch unsere Wälder sind in einem qualitativ schlechten Zustand – was Überschwemmungen begünstigt. Wir müssen Bäume effizienter
schützen (z.B. durch eine optimierte Baumschutzsatzung) und die Begrünung von Fassaden und Dächern fördern und intensivieren!

c) Umweltverschmutzung verringern – Gefahrgut sichern
Zurecht standen bei den Starkregenereignissen menschliche Schicksale im Fokus. Doch etwas abseits der öffentlichen Wahrnehmung haben die Überschwemmungen auch eine riesige Umweltkatastrophe nach sich gezogen. Die langfristigen Folgen sind noch nicht absehbar. Z.B. flossen über 100.000 Liter Öl und
andere gefährliche Substanzen sowie Müll die Wupper abwärts in die Talsperre. Etliche Vögel, Fische und andere Tiere sind verendet. Die Aufräum – und Reinigungsarbeiten dauern an und werden Unsummen verschlingen. Unsere Wasser- und Naturflächen sind als Ökosysteme, Naherholungsgebiete und touristische Attraktion unentbehrlich. Wir müssen sie vor Gefahrgut besser schützen. Besonders in Risikogebieten muss die Sicherung von Gefahrstoffen besser kontrolliert werden. Bestenfalls sollten sie dort gar nicht mehr gelagert werden. Außerdem muss die Müllverschmutzung im öffentlichen Raum effektiver angegangen werden.

Diese Maßnahmen können und sollten schnellstmöglich umgesetzt werden, um uns vor den Auswirkungen des Klimawandels zu schützen.
Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Maßnahmen, die
geeignet sind, den Klimawandel zu begrenzen und uns besser an ihn anzupassen. Von einer effektiven Mobilitätswende mit kostengünstigen ÖPNV, über erneuerbare Energien bis hin zu Aufklärungs- und Bildungsmaßnahmen. Es muss jetzt gehandelt werden!

Mit herzlichen Grüßen

Brigitte Neff-Wetzel
Fraktionsvorsitzende

Colin Cyrus
Umweltpolitischer Sprecher