Viele Familien haben heute nicht die ausreichenden Mittel für sich und ihre Kinder. Die meisten Eltern bemühen sich stets für ihre Kinder zu sorgen und verzichten selbst auf vieles. Wenn von Kinderarmut gesprochen wird, dann bedeutet das, dass es viele arme Familien gibt.
Seit Anfang der 90er Jahre gibt es Armutsberichte in Deutschland. Schon zu WASG-Zeiten, im November 2005, haben die Gladbecker LINKEN einen Armutsbericht gefordert um frühzeitig Maßnahmen gegen die Verarmung weiter Teile der Bevölkerung ergreifen zu können.
Kinder sind von Armut am stärksten betroffen. Kinderarmut nimmt trotz zurückgehender Arbeitslosigkeit weiter zu. Die Zahl der ALG - Bedarfsgemeinschaften mit Kindern steigt sogar.
Zudem wechseln viele Eltern von Arbeitslosigkeit in prekäre Beschäftigungsverhältnisse und sind arm trotz Arbeit. Bundesweit leben 1,9 Millionen (Bundesagentur für Arbeit) Kinder unter 15 Jahren von Sozialgeld.
Laut dem Deutschen Kinderschutzbund sind es sogar 2,6 Millionen (inkl. Asylbewerberkinder und verdeckter Armut). In der Emscher-Lippe Region ist fast jedes dritte Kind unter 15 Jahren betroffen.
DIE LINKE macht den neoliberalen Umbau der Gesellschaft als zentrale Ursache für die gestiegene Kinderarmut verantwortlich: Die Umverteilungspolitik von unten nach oben durch Steuerpolitik wie die höhere Mehrwertsteuer, die besonders Geringverdiener und Arbeitslose betrifft. Weitere Gründe sind die Ausbreitung von Niedriglöhnen durch jahrelange Lohnzurückhaltung und Tarifflucht, Ausbreitung von prekärer Beschäftigung und Leih-Arbeit, fehlende Mindestlöhne und die stark steigenden Kosten für Lebensmittel und Energie.
Die Abschaffung des Erziehungsgeldes und Ersatz durch Elterngeld benachteiligt besonders arme Familien und Mütter, weil die Leistungsdauer auf 1 Jahr gekürzt wurde.
DIE LINKE fordert:
- Sehr deutliche Anhebung des Hartz-IV-Regelsatzes solange es noch keine bedarfsgerechte repressionsfreie Grundsicherung gibt, die Hartz IV ablöst
- Wiedereinführung von Einmalleistungen, um den Bedarf wie Schulmaterialien o.Ä. zu decken
- Gemeinschaftsschule für alle Kinder, gebührenfreie Bildung ein Leben lang, d.h. kostenfreie Krippen und Kitas auf qualitativ hohem Niveau, Rücknahme von Studiengebühren, Wiedereinführung von Schuleingangsbezirken
- Einführung von kostenlosem Schulessen
- Einführung von (Familien) Sozialtickets für den ÖVNP und kulturelle Einrichtungen