13. November 2011

Schulfrieden in Remscheid ?

Die Mehrheit von SPD, FDP und Grüne im Remscheider Rat hat  nun also vorgelegt, wie die Schullandschaft in Remscheid sein soll - übrigens bevor der interfraktionelle Arbeitskreis zur Schulentwicklung getagt hat.

Das Ergebnis ist getragen vom offensichtlichen Willen auch in Remscheid den sogenannten „Schulfrieden“ – mit der CDU - zu erreichen und geht auf die Wünsche  etlicher Menschen ein – nur eben nicht auf die  Kinder und deren Eltern, die seit Jahren von den Gesamtschulen abgewiesen wurden und immer noch abgewiesen werden. Deren Zahl ist hinreichend bekannt, nämlich zwischen 150 und 200 jährlich.

Nun müsste es doch eigentlich erste Priorität haben für diese unerträgliche Situation – die schon  mehrfach als Skandal bezeichnet wurde - eine Lösung zu finden. Nichts dergleichen geschieht.

Stattdessen soll nun die Sekundarschule  gegründet werden, eine Schulform, die keine Oberstufe hat und also gar nicht darauf ausgerichtet ist, ihre Schüler zum bestmöglichen Abschluss zu führen.

Sie gibt zwar vor längeres gemeinsames Lernen zu ermöglichen; in Remscheid aber tritt die Sekundarschule  an die Stelle einer Hauptschule. Keine andere Schulform wird aufgelöst oder geht in dieser Sekundarschule auf.

Besuchen sollen die Sekundarschule übrigens Kinder, die von den beiden Gesamtschulen abgewiesen werden. Wird die Sekundarschule dann so eine Art  „Gesamtschule  zweiter Klasse“?

Zudem: Laut Vorstellung der politischen Mehrheit soll es langfristig nur noch zwei Schulformen geben: das Gymnasium, das in acht Jahren zum Abitur führt und die Gesamtschule bzw. eine integrierte Schulform, auf der man  in neun Jahren das Abitur machen kann.

Wenn aber dies das Ziel ist, warum muss in Remscheid dann jetzt eine fünfte Schulform hinzugefügt werden?

SPD, FDP und Grüne wollen eine umfassende Elternbefragung zur künftigen Beschulung ihrer Kinder durchführen. Dies unterstützt Die Linke natürlich, schließlich hat Die Linke vor gut einem Jahr diesen Antrag zur Elternbefragung bereits im Schulausschuss gestellt.